Bananenrepublik 2.0

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden zentralamerikanische Staaten «Bananenrepubliken» genannt, da diese damals durch die USA politisch oder militärisch kontrolliert wurden, mit dem Ziel, dass US-Firmen dort riesige Bananenplantagen für den US-Markt betreiben konnten. Der Begriff ist mit dem US-Imperialismus verknüpft und gilt in Lateinamerika als Beleidigung. Hier wird er nur verwendet, um das beschriebene Projekt zu bewerten, nicht aber den honduranischen Staat.

Die offizielle Website von Próspera hat den aktuellen Zeitgeist in der internationalen Start-Up-Kultur sehr gut verinnerlicht. Sie verspricht «Eine Plattform für nachhaltiges Wachstum», zeigt Visualisierungen von durch Star-Architektin Zaha Hadid geplanten, luftig-luxoriösen Wohnresidenzen neben traumhaften Stränden und verspricht eine «Partnerschaft zwischen Honduras und Próspera». Die Macher*innen lieferten sich offensichtlich eine interne Wette, wer die Worte «Innovation», «Wachstum» und «nachhaltig» am häufigsten in die Publikationen einfliessen lassen kann. Und sie sind sich auch nicht zu schade für Pathos: «Human Rights are right for business»1. Hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch ein Projekt, welches nicht nur die das grundlegende Verständnis von «Staatsgebiet», «Staatsmacht» und «Staatsgewalt» hinterfragt, sondern auch Menschenrechte und Rechtsstaat gefährdet.

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